Frauen werden schon in jungen Jahren von der Gesellschaft „alt gemacht“. Die Abwertung von Frauen hat historische Wurzeln. Vorurteile und Diskriminierung aufgrund des Alters, sogenannte Ageismen, haben eine lange „Tradition“. Deshalb lädt das Wiener Programm für Frauengesundheit Ende September zur Fachkonferenz „Frau trifft Alter. Gesundheit zwischen Altersbildern, Rollenklischees und Unsichtbarkeit?“ ein.

Älterwerden gehört zum Leben und trifft beide Geschlechter gleichermaßen. Dennoch werden Frauen stärker als Männer nach ihrem Äußeren beurteilt. Sie erleben das Älterwerden nicht gleichberechtigt und werden folglich mit negativen Stereotypen stärker und früher konfrontiert. Es werden andere Maßstäbe angelegt. Falten oder ergrautes Haar gilt bei Männern beispielsweise als attraktiv, für Frauen bedeuten sie den Verlust der Jugendlichkeit.

Programm
Die weiblichen Aspekte des Alter(n)s stehen im Mittelpunkt der kommenden Fachkonferenz des Wiener Programms für Frauengesundheit: Internationale und nationale Expertinnen und Experten – die Psychologin Joan Chrisler (USA), der Sozialwissenschafter Klaus Schröter (Schweiz), die Alterswissenschaftlerin Roberta Maierhofer, der Psychiater und Neurologe Michael Musalek und die Sozialforscherin Beate Großegger – versprechen dabei einen spannenden Diskurs.

Thematisiert werden die verschiedenen Facetten vom Älter werden und Alter. Altersbilder, Diskriminierung im Alter, Stereotype, „Unsichtbarkeit“, die Vielfalt des Alters sowie deren Auswirkungen auf die Gesundheit von Frauen. Dabei werden gesellschaftliche und für das Gesundheitswesen relevante Blickwinkel aufgezeigt.

Was ist das Wiener Programm für Frauengesundheit?
Die Grundsätze und Handlungsfelder des Wiener Programms für Frauengesundheit hat eine Fachkommission 1997/98 erarbeitet. In dieser Kommission und in zwölf Arbeitsgruppen waren 173 Expertinnen und Experten aller relevanten Bereiche vertreten.

Die Grundsätze und Handlungsfelder begleiten als strategische Ziele alle Projekte und Schwerpunkte des Wiener Programms für Frauengesundheit. Sie orientieren sich an einem gendergerechten Verständnis von Gesundheit und an Chancengleichheit im Gesundheitssystem.

Die Veranstaltung beginnt um 9 Uhr und läuft bis 17 Uhr.
Das genaue Programm sowie die Vortragenden findet man hier .