Da das Geschenke machen am Heiligen Abend erst vor 200 Jahren aufkam, gab es davor keine Weihnachtsmärkte in Wien, wie man sie heute kennt und sich vielleicht für früher vorstellt.
Was es aber ab 1600 gab, war ein Wiener Winterjahrmarkt. Aus dem wurde dann der große Christkindlmarkt am Rathausplatz. Er ist also schon über 400 Jahre alt!

Aber der Reihe nach: Dieser Winterjahrmarkt wurde Thomasmarkt genannt, befand sich am Graben und es gab Naschereien, wie Lebkuchen und Zuckersachen, zu kaufen. Woher der Name kommt, weiß man nicht genau – vielleicht vom Apostel Thomas, der seinen Festtag am 21. Dezember hat!

Der Thomasmarkt zog 1722 auf die Freyung um, und wurde hier zu „Nikolo- und Weihnachtsmarkt“ umbenannt. Das Angebot wird ab jetzt immer weihnachtlicher: Es gibt Krippen und Figuren zu kaufen, und natürlich immer noch Süßes zum Naschen. Auf der Freyung erlebte der Nikolo- und Weihnachtsmarkt mit, wie die Krippe den Christbaum zur Seite gestellt bekam. Grüne Tannen und bunter Baumschmuck begannen an jeder Ecke zu blitzen – Wiens Wintergesicht war farbenfroher geworden.

Als sich adelige Anrainer immer mehr über die lästigen Standln beschwerten – „Sie behindern den Verkehr!“, „Sie sind Lärmmacher!“ – musste der Markt 1842 wieder umziehen. Diesmal verschlug es ihn Am Hof. Mit der Ortsänderung kam noch eine Namensänderung: Ab nun war er nicht mehr der Nikolomarkt, sondern der Christkindlmarkt. Am Hof blühte der Handel stark auf und die Zahl der Stände stieg rasch von 108 auf 132! Die hohe Platzgebühr von 192 Gulden (was umgerechnet über 1.100 Euro sind!) zahlte man bereitwillig, denn wer einen Stand Am Hof ergattert hatte, konnte sicher sein, dass sein Weihnachtsgeschäft gut laufen würde.

Drei Aufnahmen des Wiener Christkindlmarkts aus dem Jahr 1950. Das erste zeigt eine Vogelperspektive der Weihnachtshütten. Das zweite Bild zeigt den Gang des Christkindlmarkts, durch den Menschen gehen. Das dritte zeigt ein Schild in etwa vier Metern Höhe, auf dem Christkindlmarkt 1950 steht.

Drei Aufnahmen des Wiener Christkindlmarkts aus dem Jahr 1950 als er noch beim Neubaugürtel war.

Am Hof blieb der Christkindlmarkt bis 1918, dann begann seine große Zeit des Umherreisens. Niemand wollte den Christkindlmarkt in seiner Nähe haben, da er Lärmbelästigung und Verkehrsbelastungen mit sich brachte. Er wurde herumgereicht vom Stephansplatz, zurück zur Freyung, kam vor den Messepalast und zur Neubaugasse. Erst 1975 durfte er endlich beim Wiener Rathausplatz zur Ruhe kommen. Hier blühte er richtig auf und heute gibt es unzählige weihnachtliche Events und Aktivitäten rund um den Christkindlmarkt am Rathausplatz. Wer mehr über das Programm erfahren will, der sollte diese Seite besuchen: www.wienerweihnachtstraum.at

Die Öffnungszeiten dieses Jahr sind von 11. November bis 26. Dezember 2016.
Die genauen Uhrzeiten sind:
So–Do von 10 bis 21:30 Uhr
Fr–Sa von 10 bis 22 Uhr
Am 24. Dezember ist von 10 bis 19 Uhr geöffnet.